© Lebenshilfe/David Maurer
Seminarreihe

Gewaltprävention im Fokus

Gewalt vorbeugen, Aggressionen und herausforderndem Verhalten wirkungsvoll entgegenwirken

Diese siebenteilige Weiterbildung zeigt Mitarbeitenden der Eingliederungshilfe einen (neuen) Weg im Umgang mit Klient(inn)en auf, die gewalttätige, aggressive oder herausfordernde Verhaltensweisen zeigen. Alle Inhalte der Weiterbildung zielen auf ein menschliches Miteinander ab, welches sich durch Respekt, Akzeptanz und Verlässlichkeit auszeichnet - nicht nur, aber vor allem gegenüber den Klient(inn)en.

Die Teilnehmenden der Weiterbildung

  • erhalten fundiertes (therapeutisches) Hintergrundwissen sowie praktisches Handwerkszeug, welches menschlich akzeptabel ist, dem juristischen Rahmen entspricht, effektiv und nachhaltig wirkt,
  • werden dabei begleitet, ihre eigenen bisherigen Handlungsmuster zu reflektieren und Alternativen nach dem Konzept der Emotionalen Begleitung zu erproben,
  • arbeiten eigenmotiviert und selbstbestimmt an ihren emotionalen und sozialen Kompetenzen,
  • erlernen gewaltfreie, effektive Selbstschutztechniken, die Ängste reduzieren und ermutigen, für den "in Not geratenen" Menschen da zu sein,
  • werden darauf vorbereitet, ihr Wissen in ihrer Organisation als Multiplikator(in) weiterzugeben – an Kolleg(inn)en ebenso wie an Menschen mit Beeinträchtigung. 

Die Weiterbildung basiert auf diesen Grundannahmen: 

  • Wer auf Gewalt, Aggressionen und herausforderndes Verhalten von Menschen mit Behinderung ausschließlich/hauptsächlich mit Deeskalationsansätzen und -konzepten reagiert, springt "zu kurz". Denn: Die tieferliegenden Ursachen und Hintergründe bleiben dann weitgehend unbearbeitet. Probleme werden lediglich verschoben bzw. verlagert. 
  • Alternative Konzepte aus der Humanistischen Psychologie bieten nachhaltigere Lösungswege an, die sich in der Praxis bewährt haben. Diesen Ansätzen geht es nicht um das Vermeiden und Sanktionieren, sondern um ein Verstehen, Begleiten und neu Lernen. 
  • In Gewalt, Aggressionen und herausforderndem Verhalten drücken sich seelische und körperliche Not und die Sehnsucht nach elementaren Grundbedürfnissen aus. Hauptursächlich sind fast immer Verletzungen, die im Laufe des Lebens erworben wurden. 
  • Mitarbeitende der Behindertenhilfe haben die Aufgabe, Halt und Orientierung zu geben, die Menschen, die sie begleiten, da abzuholen, wo sie stehen, emotionale Begleitung anzubieten und einen sicheren Rahmen zu schaffen. Nur so können bestehende Bindungsstörungen beseitigt und erweiterte/neue Handlungskompetenzen erworben werden. Hierfür ist ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz seitens der Mitarbeitenden und eine bewusste Auseinandersetzen mit den eigenen Gefühlen und Emotionen erforderlich. 
  • Mitarbeitenden, die sich durch ihre berufliche Ausbildung darauf nicht bzw. nicht ausreichend vorbereitet fühlen, bietet diese Weiterbildung fundiertes (therapeutisches) Hintergrundwissen sowie praktisches Handwerkszeug

Die Inhalte in der Übersicht

  • Bewusstheit über die eigenen Grundgefühle, Emotionen und erlernten Verhaltensweisen
  • Stärkung der eigenen emotionalen und sozialen Kompetenzen
  • Sinnvoller, praktischer Umgang mit Ärger und Wut; Wert der kultivierte Aggression
  • Effektiver und gewaltfreier Schutz bei körperlichen Übergriffen
  • Das Prinzip der Emotionalen Begleitung
  • Krisenintervention
  • Rechtliche Rahmenbedingungen
  • Konzept aus der Humanistischen Psychologie
  • Konfliktmoderation
  • Selbstverletzendes Verhalten – Ursachen verstehen und praktische Alternativen finden
  • Lösungsorientierte Fallarbeiten
  • Wirkungsmöglichkeit als Multiplikator, eigene Vorhaben und institutionelle Projekte
  • Abschlussarbeit (optional, Voraussetzung für das Zertifikat).


Der Nutzen

  • Sie erhöhen Ihre Kompetenz im sinnvollen Umgang mit Menschen mit herausforderndem Verhalten.
  • Sie können Kollegen, Teams und Menschen mit Beeinträchtigung fachspezifisch kompetent beraten und begleiten.
  • Ihre Organisation bekommt fundierte Unterstützung für den nachhaltigen und präventiven Umgang mit den Themen Aggression und Gewalt.


Die Methoden

  • Die Weiterbildung ist interaktiv und erlebnis- /erfahrungsorientiert.
  • Praktische Interventionsmöglichkeiten für selbst- und fremdverletzendes Verhalten sowie theoretische Hintergründe werden in die Praxis transferiert und in jedem Modul reflektiert.
  • Elemente aus der Gestalttherapie, dem TAI CHI; Hakomi und dem systemischen Arbeiten werden integriert.
  • Konkrete Fallbeispiele der Teilnehmenden werden bearbeitet, angeschobene Veränderungsprozesse werden im Kurs begleitet.


Die Zielgruppe

Mitarbeitende, die mit Menschen mit herausforderndem Verhalten arbeiten: 

  • aus der Betreuung/ Begleitung,
  • aus dem schulischen Bereich,
  • aus dem Arbeitsbereich,
  • mit Leitungsfunktion,
  • mit Beratungsfunktion.


Die Termine

  • Teil 1: 08.-10.11.2017
  • Teil 2: 11.-13.12.2017
  • Teil 3: 17.-19.01.2018
  • Teil 4: 21.-23.02.2018
  • Teil 5: 19.-21.03.2018
  • Teil 6: 07.-09.05.2018
  • Teil 7: 18.-19.06.2018


Die Kursleitung

  • Andreas Walter: Heilerziehungspfleger, Ausbildung in Humanistischer Psychologie, Gestalttherapie, Aggressionstrainer, Fallsupervision, seit 2000  Dozent für berufliche Fort-, Weiter- und Ausbildung,
  • Bettina Specht: Erzieherin, Ausbildung in Gestalttherapie (Dr. Staemmler) und in Körpertherapie (Besems, Van Vugt), seit  2000 Dozentin für berufliche Fort-, Weiter- und Ausbildung.

Beide Referenten haben jeweils über 30 Jahre praktische Berufserfahrung mit Menschen mit herausforderndem Verhalten, sowie mehr als 16 Jahre Erfahrung in der beruflichen Fort-, Weiter- und Ausbildung.


Das Zertifikat
Der Kurs kann nach dem sechsten Modul mit einer Teilnahmebescheinigung abgeschlossen werden oder – optional – mit einem aussagefähigen Abschlusszertifikat. Für den Zertifikatserwerb setzen die Teilnehmenden während des Ausbildungsjahres ein konkretes Projekt in ihrer eigenen beruflichen Praxis um. Dieses Projekt wird im letzten – siebten – Modul präsentiert und mit der Kursgruppe diskutiert. Diese Präsentation dient ebenso wie die kontinuierliche Kursteilnahme und das Projekt als Grundlage für den Erwerb des Zertifikates.

Leitung

Andreas Walter (Heilerziehungspfleger)
Bettina Specht (Erzieherin)

Veranstaltungszeiten

Mi., 08.11.2017, 11:00 Uhr - 18:00 Uhr
Do., 09.11.2017, 09:00 Uhr - 17:30 Uhr
Fr., 10.11.2017, 09:00 Uhr - 16:00 Uhr

Ort

Grünberg

Seminarhotel Jakobsberg Jakobsweg 9 35305 Grünberg

Veranstaltungsnummer

170618

Veranstalter

Bildungsinstitut inForm

Kosten

3.150,00 €
für die gesamte Reihe, zzgl. Unterkunft/Verpflegung EZ 54,00 €/Nacht