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Fachtagung

Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf

"Auf dem Weg zur Arbeit..."

Die Veranstaltung ist leider ausgebucht!


Die UN-BRK hat mit der Forderung nach einem offenen, inklusiven und für Menschen mit Behinderung zugänglichen Arbeitsmarkt entscheidende Maßstäbe für die Weiterentwicklung der Behindertenhilfe im Bereich der Teilhabe am Arbeitsleben gesetzt. Um dieses Recht für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf sicherzustellen, bedarf es neben dem gesetzlich verankerten Auftrag der Sozialen Teilhabe in Tagesförderstätten (und WfbM) auch einer konzeptionellen Verankerung der Teilhabe an Arbeit und Bildung.

Arbeitsweltorientierte Angebote in Förderbereichen und Tagesförderstätten sind bislang überwiegend institutionell ausgerichtet, anstatt sozialräumlich geprägt. Da Menschen mit komplexen Behinderungen in der Regel weniger Chance auf Partizipation und Handlungsmöglichkeiten haben und auf Unterstützung angewiesen sind, ist es von hoher Bedeutung den Sozialraum mitzudenken und zu erobern. 

Eine Fachtagung der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. in Kooperation mit dem Aktionskreis BiT (Bildung ist Teilhabe).

Logo Aktionskreis Bildung ist Teilhabe

Tagungsprogramm

09:00 Uhr Begrüßung

  • Heinz Becker – Aktionskreis Bildung ist Teilhabe
  • Melanie Kannel – Bildungsinstitut inForm, Bundesvereinigung Lebenshilfe 

09:15 Uhr Impuls: Arbeit und Begegnung – ein Konzept zur Teilhabe von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf am gesellschaftlichen Arbeitsleben

    • Klaus Kistner – Heilpädagogisches Heim Dr. Kruse, Walsrode, Arbeit und Begegnung e.V.

    10:45 Uhr Marktplatz der Leuchtturmbeispiele

    12:15 Uhr Mittagspause

    13:00 Uhr Workshops

    1. Anforderungen an Mitarbeiter*innen
      Helga Ringhof – Bereichsleitung Tagesförderstätte und Bildung, Lebenshilfe Einrichtungen gGmbH Worms; Nadine Voß – Leiterin der Tagesstätte Ilse Wilms und Feinwerk – Berufliche Bildung von Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf, Leben mit Behinderung Hamburg

    2. Anforderungen an Organisationsentwicklung und Qualitätssicherung
      Simone Kreitenweis – Leitung Förderstätte der Pfennigparade Perspektive GmbH, München; Philipp Hirth – BAG WfbM

    3. Sozialraumorientierte Angebote für Menschen mit komplexen Behinderungen in Förderbereichen und Tagesförderstätten: Praxisbeispiele für eine Eroberung und den Aufbau, sowie entstehende Chancen und Möglichkeiten für den Personenkreis
      Josephine Herweg – Leiterin der Lernwerkstatt Friesenweg und der Tagesstätte Gaußstraße, Leben mit Behinderung Hamburg; Jeannette Hoffmann – Leiterin der Tagesförderstätte Neukölln, Lebenshilfe Berlin

    4. Von der ersten Idee bis zum etablierten Arbeitsangebot. 
      Lars Reinert – Pädagogische Gesamtleitung, Lebenshilfe für Menschen
      mit Behinderungen gemeinnützige GmbH, Germersheim; Delia
      Fehrenbach – Pädagogischer Fachdienst der Förderstätte, Lebenshilfe
      Fürth e. V; Malte Holsten – Leitung Tagesförderstätte ASB Bremen


    5. Auf dem Weg zur Arbeit und Bildung für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf – unter Berücksichtigung von Hygienebestimmungen und betrieblicher Arbeitssicherheit
      Katharina Heckmann – Fachbereichsleiterin Tagesförderstätte Stiftung Scheuern; Karin Reuther – Leitung Tagesförderstätte Lebenshilfe Gießen e.V.

    14:35 Uhr Kaffeepause

    15:05 Uhr Impuls: Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe

    • Wolfgang Hinte – Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB) der Universität Duisburg-Essen

    15:50 Uhr Abschluss-Statement

    • Heinz Becker - Aktionskreis Bildung ist Teilhabe

    16:00 Uhr Ende

Inhalte der Fachtagung

Impulsbeiträge

Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe

Wolfgang Hinte – Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB) der Universität Duisburg-Essen

In der Debatten um Inklusion wird immer wieder gefordert, Menschen mit Behinderung in „Sozialräume“ zu integrieren. Bei dieser "modernen" Forderung wird oft übersehen, dass diese mitunter im Widerspruch zum Lebensentwurf der betroffenen Menschen steht. Inklusion darf nicht nur gedacht werden auf der Grundlage klassischer bürgerlicher Vorstellungen von gutem Zusammenleben, sondern muss anschlussfähig sein an den Willen und die Lebensentwürfe der Menschen selbst. Daher besteht der erste Schritt guter Inklusions-Arbeit darin, herauszufinden, was Menschen wollen und Optionen für Entscheidungen zu eröffnen, die Menschen mit ihren jeweiligen Kompetenzen und Fähigkeiten herausfordern und ihnen ermöglichen, in ihrem Sozialraum so zu leben, wie sie es für richtig halten.

Arbeit und Begegnung – ein Konzept zur Teilhabe von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf am gesellschaftlichen Arbeitsleben

Klaus Kistner – Heilpädagogisches Heim Dr. Kruse, Walsrode, Arbeit und Begegnung e.V.

Auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, die kaum wirtschaftlich verwertbare Leistungen erbringen, können außerhalb von Sondereinrichtungen in Geschäften, Betrieben, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen arbeiten. Dazu muss allerdings der Begriff der Arbeit erweitert und aus seiner Gleichsetzung mit Erwerbsarbeit herausgelöst werden. Wie dies geschehen kann, soll am Konzept und an der Praxis des Vereins „Arbeit und Begegnung e.V.“ verdeutlicht werden. Im Gespräch mit den Teilnehmern sollen Impulse erwachsen, neue Perspektiven für die von uns betreuten Menschen zu erschließen.

Workshops

Anforderungen an Fachkräfte

Helga Ringhof – Bereichsleitung Tagesförderstätte und Bildung, Lebenshilfe Einrichtungen gGmbH Worms
Nadine Voß – Leiterin der Tagesstätte Ilse Wilms und Feinwerk – Berufliche Bildung von Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf, Leben mit Behinderung Hamburg

Fachkräfte von Tagesförderstätten sind kompetente Fachleute für die Arbeit mit und für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. Aber welcher spezielle Bedarf an Fortbildungen, Begleitung, Beratung resultiert aus dem sich verändernden Angebotsportfolio? Welches praktische, handwerkliche Wissen ist notwendig, um gute Arbeitsangebote und Teilhabe zu schaffen? Welche ganz neuen Kompetenzen brauchen Mitarbeitende, um Arbeit im Sozialraum zu realisieren? Wie können Mitarbeitende selber mit gestalten?

Anforderungen an Organisationsentwicklung und Qualitätssicherung

Simone Kreitenweis – Leitung Förderstätte der Pfennigparade Perspektive GmbH, München; Philipp Hirth – BAG WfbM

In dem Workshop geht es um die notwendigen Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in den Bereichen Kultur, Struktur und Ressourcen, um Arbeitsangebote und Angebote der arbeitsweltorientierten Bildung für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf zu etablieren. Auch Organisation und Angebotsstruktur der Tagesförderstätten sind wichtige Punkte für das Gelingen. Anhand von Praxisbeispielen werden verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung von Arbeits- und Bildungsangeboten in Tagesförderstätten und im Sozialraum vorgestellt.

Sozialraumorientierte Angebote für Menschen mit komplexen Behinderungen in Förderbereichen und Tagesförderstätten: 

Josephine Herweg – Leiterin der Lernwerkstatt Friesenweg und der Tagesstätte Gaußstraße/Leben mit Behinderung Hamburg
Jeannette Hoffmann – Leiterin der Tagesförderstätte Neukölln/Lebenshilfe Berlin


In diesem Workshop werden die Teilnehmenden praxisorientiert an die Thematik sozialraumorientierte, arbeitsweltbezogene Tätigkeiten für Menschen mit Behinderungen in Förderbereichen und Tagesförderstätten herangeführt. Dabei werden die Themen Akquise von Tätigkeitsfeldern und Auftraggebern, Netzwerkarbeit und- und pflege, entstehende Chancen und Möglichkeiten für den Personenkreis und Synergieeffekte beleuchtet. Weiterhin werden durch Praxisbeispiele Möglichkeiten zur Evaluation von Wünschen und Bedürfnissen von Menschen mit komplexer Behinderung aufgezeigt.

Von der ersten Idee bis zum etablierten Arbeitsangebot

Lars Reinert – Pädagogische Gesamtleitung, Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen gemeinnützige GmbH, Germersheim
Delia Fehrenbach  Pädagogischer Fachdienst der Förderstätte, Lebenshilfe Fürth e. V.; Malte Holsten – Leitung Tagesförderstätte ASB Bremen


Wenn man die Idee hat, dass Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf von arbeitsweltbezogenen Tätigkeiten, sprich von „Arbeit“ profitieren, entstehen viele Fragen. Was haben die Menschen mit Unterstützungsbedarf von einem arbeitsweltbezogenen Angebot?
Was ist das Ziel und welchen Weg will man als Einrichtung nehmen?
Wie gestaltet man den Weg – wann braucht es Pausen, wer bestimmt das Tempo, welches „Gepäck“ hat man zu tragen, welche Steine liegen auf dem Weg, die weggeräumt werden wollen?
In diesem Workshop werden diese Fragen diskutiert und Möglichkeiten aufgezeigt, wie Arbeitsangebote in Förderstätten einführt und etabliert werden können.

Auf dem Weg zur Arbeit und Bildung für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf – unter Berücksichtigung von Hygienebestimmungen und betrieblicher Arbeitssicherheit.

Katharina Heckmann – Fachbereichsleiterin Tagesförderstätte Stiftung Scheuern
Karin Reuther – Leitung Tagesförderstätte Lebenshilfe Gießen e.V.


Die Hygienebestimmungen und Anforderungen an betriebliche Arbeitssicherheit haben sich in den letzten Jahren verschärft. Diese Bestimmungen müssen auch bei Arbeitsangeboten für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf berücksichtigt werden. Dies kann zu Verunsicherungen führen und schränkt an vielen Stellen die Teilhabemöglichkeiten ein.
In diesem Workshop werden die aktuell geltenden Bestimmungen für Hygiene und Arbeitssicherheit und mögliche Handlungsspielräume betrachtet sowie, wie unter diesen Bedingungen arbeitsweltorientierte Angebote und auch Arbeitsangebote im Sozialraum möglich gemacht werden können. Anhand von Praxisbeispielen wird deutlich, wie trotz dieses Spannungsfeldes eine größtmögliche Teilhabe für Menschen mit komplexen Behinderungen an Arbeitsangebote gelingen kann.

Leitung

Aktionskreis BiT (Bildung ist Teilhabe)

Veranstaltungszeiten

Di., 26.11.2019, 09:00 Uhr - 16:00 Uhr

Ort

Frankfurt am Main

Haus am Dom Domplatz 3 60311 Frankfurt

Veranstaltungsnummer

190809

Veranstalter

Bildungsinstitut inForm

Kosten

190,00 €
inkl. Tagesverpflegung
Ausgebucht