Schulen, Werkstätten und Wohnheime sind für viele Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung wichtige Orte. Hier wird gearbeitet, gelebt und gelernt. Hier kommen unterschiedliche Menschen mit ihren diversen Identitäten und unterschiedlichen Werten, Hintergründen sowie Vorstellungen zusammen – auch zum Thema Sexualität.
Sexualität ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Sie ist eng mit Fragen von Identität, Selbstbestimmung und Diversität verbunden. Für Menschen mit sog. geistiger Behinderung ist der Zugang zur eigenen Sexualität jedoch häufig von besonderen Herausforderungen geprägt. Neben gesellschaftlichen Tabus wirken sich auch strukturelle Barrieren in Diensten und Einrichtungen aus: fehlende Räume für Intimität, mangelnde Unterstützung beim Erkunden eigener (sexueller) Bedürfnisse oder auch die Unsicherheit von Fachkräften im Umgang mit dem Thema.
Gerade in Bezug auf queere Lebensweisen oder kulturspezifischen Hintergründen zeigen sich diese Barrieren besonders deutlich. Viele Menschen mit Behinderung erleben, dass ihre sexuelle Identität nicht ausreichend gesehen oder sogar in Frage gestellt wird. Gleichzeitig erschwert ein Mangel an kultursensibler und queerer Perspektive im professionellen Handeln die Möglichkeit, Menschen in ihrer individuellen sexuellen Entwicklung zu begleiten und zu stärken.
Die zweitägige Fortbildung lädt Fachkräfte dazu ein, Sexualität und Behinderung intersektional gemeinsam zu denken und sich mit diesen Themen differenziert auseinanderzusetzen. Ziel ist es, eigene Haltungen zu reflektieren und Wissen sowie Handlungssicherheit zu erweitern, um Menschen mit sog. geistiger Behinderung in ihrer sexuellen Selbstbestimmung, in der Anerkennung ihrer vielfältigen Identitäten und in ihrer individuellen Lebensgestaltung zu unterstützen.
THEMEN:
1. Grundlagen zu Sexualität und Behinderung und psychosoziale Aspekte:
2. Reflexion eigener Haltungen und institutioneller Rahmenbedingungen
3. Austausch
Die Veranstaltung bietet Raum für Fragen, Diskussionen und das Erproben von Methoden, die Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit stärken.
Marburg
Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. Raiffeisenstraße 18 35043 Marburg
260851
Bildungsinstitut inForm